Weltgebetstag der Frauen

Weltgebetstag 2020 aus Simbabwe:
Steh auf und geh!

Am Freitag, dem 6. März 2020, feiern Menschen rund um den Erdball Gottesdienste zum Weltgebetstag.

Am Freitag, dem 6. März findet am Nachmittag der Weltgebetstagsgottesdienst um 15.30 Uhr in der Katharinenkirche statt. Anschließend besteht die Möglichkeit, beim „ökumenischen Tee“ über den Gottesdienst hinaus beisammen zu bleiben.
Ein zweiter Weltgebetstagsgottesdienst findet am Abend um 19.00 Uhr in der Liebfrauenkirche statt. Im Anschluss an den Abendgottesdienst laden wir zum Gespräch bei Laugengebäck und Getränken in den Kapuzinerkeller.
Eine Andacht zum Weltgebetstag gibt es am Samstag, dem 7. März um 16 Uhr im Diakonissenhaus/Nellinistift.

Steh auf und geh”: Mit der Bibelstelle der Heilung eines Kranken aus Johannes 5 laden die Frauen aus Simbabwe ein zum Weltgebetstag am 6. März 2020. In ihrem Weltgebetstags-Gottesdienst lassen uns die Simbabwerinnen erfahren: Diese Aufforderung gilt allen. Gott öffnet damit Wege zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung.
Simbabwe ist eine Republik im südlichen Afrika, zwischen Südafrika, Botswana, Sambia und Mosambik. Der Name leitet sich vom Shona Begriff für Steinhäuser oder alte Häuser ab und erinnert an das Großreich Simbabwe, das im 13. Jahrhundert entstanden ist.
Simbabwe ist ein Land mit bewegter Geschichte. Viele Kämpfe musste das Volk überstehen, um zu leben. Das Großreich Simbabwe war bekannt für Elfenbein, Gold, Kupfer und Diamanten. Simbabwe verfügt auch über ein günstiges Klima für die Landwirtschaft. Doch genau diese Schätze führten dazu, dass das Land britische Kolonie wurde.
Dass Menschen in Simbabwe aufstehen und für ihre Rechte kämpfen, ist nicht neu: Viele Jahre kämpfte die Bevölkerung für die Unabhängigkeit von Großbritannien, bis sie das Ziel 1980 erreichten. Doch der erste schwarze Präsident, Robert Mugabe, regierte das Land 37 Jahre und zunehmend autoritär. 
 Das bekannteste Naturschauspiel Simbabwes sind die Viktoria-Fälle. Der Sambesi stürzt dort über hundert Meter in die Tiefe. Der Wasserfall ist fast zwei Kilometer breit, so dass ein feiner Sprühnebel entsteht, der noch aus 30 km Entfernung sichtbar ist. Die Viktoria-Fälle gehören seit 1989 zum Weltnaturerbe und sind eine der touristischen Attraktionen des Landes.
Mehr Besucher könnte das hochverschuldete Land gut brauchen, das sich in einem schwierigen Übergang befindet. 2017 wurde der Präsident Robert Mugabe durch einen Militärputsch von Emmerson Mnangagwa abgelöst. Durch die Wahlen im Juli 2018 wurde er im Amt bestätigt. Weiterhin hat das Land mit einem wirtschaftlichen Niedergang zu kämpfen. Nahrungsmittel verteuern sich, Devisen fehlen, die Inflation steigt ins Unermessliche. Die Gründe für den Zusammenbruch der Wirtschaft sind jahrelange Korruption und Misswirtschaft. Bodenschätze könnten Simbabwe reich machen, doch davon profitieren andere. Im Jahr 2019 erreichte die Wirtschaft einen neuen Tiefpunkt. Umso wichtiger ist, dass der Weltgebetstag gerade jetzt Simbabwe in den Fokus rückt.
Das Titelmotiv zum diesejährigen Weltgebetstag ist von Nonhlamhla Mathe gestaltet. Im Mittelpunkt des Bildes stehen die Ruinen von Groß Simbabwe, einer Ansiedlung des untergangenen Monomotapa-Reiches mit seiner Blütezeit zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert. Diese Ruine ist ein Monument, die alles überdauert hat und von der langen und bewegten Geschichte Simbabwes zeugt. In Mitten der Ruinen steht ein abgestorbener, kahler Baum. Am Boden sitzt ein Mann, angelehnt an die Mauer – ermüdet vom Ringen mit den Geistern der Vergangenheit, erschöpft vom täglichen Kampf ums Überleben ist er sitzen geblieben, einsam, krank, lebensmüde. Eine Frau steht vor ihm, reicht ihm die Hand, und wir ahnen ihre Worte:  Steh auf! Steh auf und geh! Im Vordergrund der Ruine sehen wir eine Mutter mit ihrem Kind. Zugewandt und liebevoll hat sie den Arm um seine Schultern gelegt, neigt sich ihm zu. Erzählt sie ihm die Geschichte Simbabwes? Von Leid, Unterdrückung und Gewalt, und auch von den Zeichen der Hoffnung auf Veränderung und Aufbruch? Diesseits der Mauer leuchtet in strahlendem Sonnenlicht Simbabwes Flagge, daneben eine Frau, die Arme weit geöffnet – offen für die Zukunft. Das Bild malt die Hoffnung von einer schweren Vergangenheit hin in eine lichtvolle Zukunft.
Der Weltgebetstag lädt uns ein, mehr über Simbabwe zu erfahren. Die simbabwischen Frauen erzählen uns von den Sorgen ihres Alltags und wie sie Lösungen finden. Folgen wir dem Ruf aus Simbabwe: „Steh auf und geh!”
Elke Schmidt