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Szenenwechsel 2019/2

Für den Szenenwechsel 2019/2 habe ich drei Bilder ausgewählt, die sich dem Pfingsten widmen, aber alle drei in ungewohnter Weise: Aaron, der Bruder von Mose, opfert einen Stier, aber die Flammen, die zu Gott emporlodern, mischen sich mit Feuerzungen, die Gott vom Himmel auf die Erde schickt. Der Prophet Joel wird dargestellt, aber  hinten im Obergemach des Hauses sieht man Jesu Jünger, auf die die der Heilige Geist herabkommt. Eigentlich gehört diese Darstellung ja noch nicht ins Alte Testament, aber weil Petrus an Pfingsten den Propheten Joel zitiert („Ich will meinen Geist ausgießen über alles Fleisch“) wird Joels Prophezeiung als Voraussage für Pfingsten gesehen.

 Schließlich die Darstellung des Pfingstwunders von Christoph Metzger: Maria sitzt inmitten der Jünger, Feuerzungen über den Köpfen und Maria mit Heiligenschein. In der Bibel wird sie in der Pfingstgeschichte nicht erwähnt. Die Darstellung erinnert eher an ein katholisches Andachtsbild zur Inthronisierung von Maria als Himmelskönigin als an ein Pfingstbild in einer evangelischen Kirche. 

Aber gemäß dem Motto: „Gottes Geist weht, wo er will“ (nach Johannes 3) bleibt ja das Pfingstwunder und die Ausschüttung des Heiligen Geistes nicht auf die Jünger beschränkt, er ergreift viele Menschen – und sicher hat er auch Maria ergriffen. Pfingsten in St. Katharinen – und das bis September!

Szenenwechsel 2019/1

Der Szenenwechsel, die Präsentation der Emporenbilder aus der alten St. Katharinenkirche, geht ins dritte Jahr. Immer wieder überraschen mich diese „alten Schinken“ mit spannenden, manchmal auch abgedrehten Darstellungen, ich erinnere nur an das Skelett mit eingeschlossenem Menschen oder jüngst das Auge mit dem Fernrohr.
Der nächste Szenenwechsel besticht nicht durch gestalterische Raffinesse, sondern durch theologisch spannende Interpretationen. Es geht um den „Durchzug durchs Wasser“, aber nicht nur durch das Rote Meer, auch die Überquerung des Jordans nach 40 Jahren Aufenthalt in der Wüste wird in Szene gesetzt wie der Auszug aus Ägypten.
In priesterlichen Gewändern zieht eine feierliche Prozession mit der Bundeslade ins gelobte Land ein, durch den Jordan. Dabei ist dieser aufgestaut wie das Rote Meer beim Auszug der Israeliten aus Ägypten. Somit schließt sich der Kreis von Auszug, Durchzug und Ankunft. Wie der Jordan sich zu solch einer Wand aufstauen kann, ist mir ein Rätsel, es ist nicht der Amazonas, bei dem man sich solch eine Urgewalt ja noch vorstellen könnte. Der Durchzug ist eher symbolisch gemeint und die Wogen des Jordans wirken beinahe wie Palmwedel, mit der der Prozession Luft zugefächelt wird wie einem König. Gott leitet sein Volk hin ins gelobte Land: mit seiner Präsenz in der Bundeslade (angezeigt durch den Glorienschein der Seraphim) geht Gott wie beim Auszug dem Volk voran und wird sein Volk begleiten auf dem Weg ins gelobte Land.
Das eigentlich spannende auf dem Bild ist eher klein und beinahe unscheinbar: rechts von der vorgestreckten Hand des Priesters ist eine Frau im blauen Gewand auf einem Esel zu sehen: Maria und Joseph mit dem Jesuskind auf der Flucht nach Ägypten! Sie reihen sich ein in den Triumphmarsch des Volkes Israel. Die drei haben auf dem Bild eigentlich natürlich nichts zu suchen, doch theologisch ist dieses Detail höchst bedeutend. Denn mit diesem kaum sichtbaren Detail stellt Christoph Metzger in seinem Bild die Verbindung zwischen Verheißung und Erfüllung im Alten Bund mit Israel und im neuen Bund in Jesus Christus dar. Wie Gott die Israeliten auf ihrem Weg durch die Wüste begleitet hat, so wird er auch Jesus und seine Familie begleiten auf ihrer Flucht nach Ägypten und wieder ins gelobte Land zurückbringen.
Das Gemälde von Christoph Metzger ist als Symbol für die gläubigen Menschen zu sehen: wer Gottes Geboten folgt, den wird Gott durch die Wüste in gelobte Land führen, beschützt vor den Gefahren der Natur und der Mächtigen.

Jahreslosung 2019: "Suche Frieden und jage ihm nach!" Psalm 34,15